Das Wasserfall-Prinzip
Das Wasserfall-Prinzip ist charakteristisch für Verbriefungen. Die eingehenden Zahlungen werden in einer festen Reihenfolge an die ABS-Investoren verteilt:
Inhaber der vorrangigsten Wertpapiere (Senior Tranche) erhalten als erste Zahlungen auf ihre Ansprüche auf Kapital und Zinsen. Das sind i.d.R. Wertpapiere mit einem AAA-Rating. Dann werden Schritt für Schritt alle nachrangigen Wertpapiere aus den eingehenden Zahlungsströmen bedient. Der Zahlungsstrom ähnelt insofern einem Wasserfall, als eingehende Zahlungen von "oben nach unten" an Investoren verteilt werden. Eventuelle Verluste hingegen steigen von "unten nach oben". Sie werden zuerst der „nachrangigsten“ Tranche belastet, bis diese "verbraucht" ist. Die nachrangigste Tranche wird daher auch "Erstverlusttranche" (First Loss) genannt und hat normalerweise kein Rating. Oft behält sie der Orginator im eigenen Bestand.
Je nach Stellung im Wasserfall erhalten die Investoren eine angemessene Verzinsung. Mit der Nachrangigkeit steigt die Verzinsung risikogerecht an, so dass Investoren zwischen unterschiedlichen Ertrags-Risiko-Kombinationen wählen können.

